Odyssee auf dem Mond
Einsam auf dem Mond. Seit beinahe drei Jahren arbeitet Sam Bell (Sam Rockwell) an diesem menschlichen Außenposten. Den Vertrag hat er für einen Energielieferanten auf der Erde unterzeichnet. Seine junge Tochter und Frau ließ er damals zurück. Die Ressourcen werden regelmäßig zur Erde transportiert und Sam überwacht den Abbau. Mit Bart und langen Haaren joggt er auf seinem Laufband und ahnt nicht, dass sein Vertrag offensichtlich ein Problem aufweist.
In diesen Tagen lief der Film Moon in einigen Kinosälen an. Es ist eine Mischung aus “2001 – Odysse im Weltraum” und “Die Insel”. Ein Science-Ficiton Film, der nicht auf Star Wars-ähnliche Effekte abzielt, sondern mit der Geschichte und dem Schauspieler Sam Rockwell punkten kann. Denn der Darsteller, der mir vor allem als der verrückte Kinderschänder aus Green Mile in Erinnerung blieb, teilt sich die 97 Minuten Spieldauer hauptsächlich mit dem Roboter Gerty, der im Original von Kevin Spacey eingesprochen wurde. Eine eindeutige Anleihe bei HAL 9000 von 2001 – Odyssee im Weltraum. Gerty ist ähnlich subtil beängstigend, besonders durch die verschiedenen durch Smileys ausgedrückten Launen der Maschine.
Zwei Wochen vor Ende des geplanten Aufenthalts auf dem Mond bekommt Sam also eine Nachricht von seiner Familie und freut sich auf die Heimkehr. Da bemerkt das System einen Unfall und Sam – irritiert ob des unerwarteten Ereignisses – fährt mit seinem Rover hinaus und findet den zweiten Rover seiner Station umgekippt im Outback der Mondlandschaft. Zu seiner eigenen Bestürzung liegt in dem Wagen ein nahezu tödlich verletzter Mensch und in diesem Moment scheint es als schaue Sam in einen verzerrten Spiegel. Wo kommt dieser vermeintliche Zwilling her? Das Rätsel beginnt.
Der Film spielt mit vielen bereits bestehenden Gedanken zu den Themen Doppelgänger, Verantwortung, Realitätsverlust im All und anderen. Dennoch macht die Atmosphäre diesen Film zu etwas besonderem. Denn auch die Erzählstruktur ist teils etwas wirr, muss aber letztendlich so gestaltet sein, damit die Story noch Sinn macht. Die Frage, die sich der Zuschauer stellen dürfte: Was würde ich in so einer Situation tun? Würde ich vielleicht völlig den Verstand verlieren?
Der Film lässt sich die Brust etwas enger anfühlen und hinterlässt einen kleinen Kloß im Hals. Auf jeden Fall unterhaltsam. Wer aber mit Filmen mit geringer Besetzung und einsamen Einstellungen wenig anfangen kann, kann wohl auch mit Moon wenig anfangen.
Ohne zu viel zu verraten war mein Highlight wohl das Telefonat von Sam mit seiner Tochter – verstörend.
Im Übrigen sahnte der Film bei diversen Festivals bereits ab. 2009 war der Film längst fertig, daher wunderte es mich besonders, dass es so lange gedauert hat, bis er in die deutschen Kinos kam.
Der Trailer:
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Eine riesen Sauerei, dass diese Perle hierzulande jetzt erst erscheint, wobei er überall sonst schon vor über einem Jahr lief und die Import-DVD schon seit Monaten zum Spottpreis erhältlich ist! Und dann bringt man ihn auch noch im Sommer raus, jetzt wo sich kein Mensch ins Kino hockt um einen nachdenklichen Sci-Fi-Film mit Minimalbesetzung und weitgehend ohne Action zu sehen.
Die Veröffentlichungspolitik mancher Firmen werde ich nie verstehen…