Das Buch ist signiert, das Urteil gefällt. Ich muss sagen mein Eindruck von Jolly war zu gut. Das Buch ist nicht hilarious. Das Problem bei „A Guy, A Girl And A Voodoo Monkey Hand“ ist vor allem, dass es überladen mit Gags ist. Zu viele sind aneinander gereiht, sodass sie häufig ohne Schmunzeln verpuffen. Schlimmer als das ist aber, dass Jolly zwei Charaktere mehr oder weniger verbrannt hat, die für seine durchschnittliche Story eventuell auf eine höhere Ebene hätte heben können.

Doch zuerst zum Inhalt. Eine klischeeverseuchte Detektivgeschichte, die von einer Verwirrung in die nächste holpert, weil die Exfrau des Detektivs ihren aktuellen Ehemann töten lassen will, doch kommt es zu Verwechslungen und der Detektiv droht selbst häufiger über den Jordan gehen zu müssen. Die rasante erste Geschichte endet damit, dass der aktuelle Ehemann befreit wird. Er sitzt in einem Gefängnis für Menschen mit Superkräften. Er kann Computer mit seinen Gedanken manipulieren. Leider wird weder das Gefängnis, noch die Insassen oder der Befreite im weiteren Verlauf aufgegriffen und es sieht eher so aus als müssten zwei dieser „Superschurken“ für zwei lang angebahnte, jedoch unterdurchschnittliche Gags herhalten.

Einzig die Penetranz, mit der Jolly die Charaktere zeichnet, lassen Humor überhaupt erst zu. Denn die Hoffnung, die auf den ersten Seiten aufleuchtet, dass es eine witzige und außergewöhnliche Story wird, schrumpft binnen zwanzig Seiten wieder zurück. Dennoch wird die Geschichte stetig besser und der letzte der drei Detektivfällen ist dementsprechend am besten gelungen. Hier wird die Geschichte einigermaßen rund – auch wenn in einer im Chaos versinkenden Stadt die Superschurken aus dem Gefängnis nicht ausbrechen und nur die „normalen“ Mafiosi ihr Unwesen treiben.

Für mich ist es ein bisschen wie bei Harry Potter: Die Story ist nicht überwältigend, aber es ist ganz gut an einem Stück wegzulesen – und das ist ja schon ein wichtiges Kriterium für eine Story.

Jolly hat über das Urteil geschmunzelt und gesagt, dass die Superschurken in einem zweiten Buch wieder auftauchen könnten und er es dann besser machen werde. Jedenfalls war ihm doch durchaus Freude ins Gesicht geschrieben, als er sah, dass ich das Buch nicht nur tatsächlich gekauft, sondern auch noch gelesen hatte. Am gleichen Tag hat er auch erst seine eigene Ausgabe von einem Freund aus den USA gebracht bekommen.

Wir haben jedenfalls einen neuen Deal. Sobald ich mal ein Buch verkaufe, besorgt er sich eins und lässt es von mir signieren. Wehe, wenn nicht, ich weiß schließlich wo er wohnt und arbeitet…


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